Jugend mit Mut und Engagement – erfrischend für DIE LINKE!

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Ich habe Lam Funke interviewt. Lam, so nennen ihn seine Freunde, hat eigentlich drei Vornamen: Nguyen Quoc Lam. Seine Eltern kommen aus Vietnam und Kanada. Sie entschlossen sich, 1993 nach Deutschland auszuwandern. Seit dem lebt die Familie in Deutschland. Lam ist jetzt 15 – ein naiver Teenager. Sollte man glauben. Teenager sind ja immer naiv und haben noch keinen Plan vom Leben. Das hört man so oder so ähnlich inzwischen immer und immer wieder. Das ist schon fast Bauernregel. Doch Lam zeigt das Gegenteil. Lam widerlegt diese wahnwitzige These, denn er weiß genau, was er will: Lehramt studieren, danach wenn’s geht zurück in die Heimat. Heimat – damit meint Lam Deutschland. Sachsen-Anhalt. Dessau. „Ich liebe das Bauhaus und die Meisterhäuser und ich freue mich auf das Museum. Dessau ist zwar irgendwie schon ein Kaff, aber ein Kaff, das Charme hat. Das macht Lust, sich zu engagieren, um dieses Kaff schöner und besser zu machen“.

Mit 93,75% wurde Lam kürzlich zum neuen Landesschatzmeister der Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt gewählt. „Ich hatte die Möglichkeit als Landesschatzmeister zu kandidieren. Das habe ich zwar relativ spontan getan, aber ich war mir sicher, dass ich für eine Position kandidieren will. Das gibt mir die Möglichkeit, politisch mitzuwirken und mich einzubringen“, kommentiert Lam mit einem Lächeln und fährt fort: „Politik von innen. Ich will nicht nur zuschauen“.
Auf der nächsten Gesamtmitgliederversammlung werden die Delegierten des Landesausschusses gewählt. Sein Ziel ist es, die Dessau-Roßlauer LINKE im Landesausschuss zu vertreten. Seit nun knapp zwei Monaten ist er Mitglied in der Linkspartei. Das ging und geht also alles ziemlich schnell, doch Lam hat keinerlei Angst. Wieso auch? Er vertritt eine eigene Meinung, er ist erfrischend für DIE LINKE, er zeigt Mut, er zeigt Engagement. Statt nur zu meckern, die Dinge dann aber dennoch einfach so hinzunehmen, mischt er sich ein. Genau das brauchen wir. Ich genieße seine Art, seine Offenheit. Lam lacht viel, bleibt aber ernst, wenn es ernst wird.

Ich frage Lam ein paar Dinge, die mich interessieren.
Auf die Frage, ob und welche persönlichen Erfahrungen Lam mit Rassismus im Alltag machen musste, antwortet er: „In der Schule wurde ich zum Glück nie mit rassistischen Ressentiments und dummen Sprüchen konfrontiert, aber auf der Straße gehört das dazu. Man wird komisch angeschaut oder auch angequatscht, nur weil man in den Augen anderer nicht deutsch aussieht. Dabei fühle mich deutscher als manch anderer. Ich bin hier geboren, lebe hier und fühle mich hier kulturell Zuhause.“
Als ich ihn frage, wie er die momentane Situation nach der Bundestagswahl einschätzt, schießen mir sofort klare Worte entgegen: „Jamaika und die GroKo sind meiner Meinung nach keine Lösungen. Vor einer Neuwahl habe ich keine Angst, aber auch eine Minderheitsregierung fände ich spannend. Der Vorteil daran wäre doch, dass die Fraktionen im Parlament endlich anfangen müssten, andere zu überzeugen und sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Das würde den Bundestag demokratisieren.“

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